Greifswalder Studentin vermisst (Überschrift in der Ostsee - Zeitung)


Interessanterweise fällt der Tag, an dem es
noch 8 Tage sind, ausgerechnet auf den 8.
Oktober.

Hier der Plan zum Daumendrücken:

16. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Zivilrecht I)
17. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Zivilrecht II)
20. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Zivilrecht III)
21. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Strafrecht)
24. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Öffentliches
Recht I)
27. Oktober, 8:30 - 14 Uhr (Öffentliches
Recht II)

Himmel, bin ich nervös. Und ich habe bis
jetzt noch nicht mal eine Ahnung, wie ich zum
Prüfungsort kommen soll - die Wegführung der
Deutschen Bahn AG durch die Wirren der
Baustelle an der Grimmer Straße ändert sich
ja täglich. *bammel*

Trotzdem viele sonnige Grüße,

Janine

Dies war die letzte Nachricht, die wir von Janine erhielten. Janine hatte sich nach dem Abitur im Wintersemester 2002/2003 an der Ernst-Moritz-Arndt- Universität für das Jurastudium eingeschrieben. Auf die Frage, warum sie so weit (800 km) von zu Hause weg wolle, hatte sie gesagt, sie wolle an keine "Massenuni" und außerdem gäbe es in Greifswald eine Gerinnungsambulanz (Sie litt an einer Blutgerinnungsstörung). Das klang logisch und wir akzeptierten es. Im Oktober 2008 sollte sie nun den schriftlichen Teil des 1. juristischen Staatsexamens absolvieren. Sie verbrachte fast ihre gesamte Zeit in der Bibliothek, besuchte Vorbereitungskurse und nahm samstags an Probeklausuren teil. Um sie etwas abzulenken, hatten wir im Juni noch einen Kurzurlaub in Dresden mit ihr verbracht. Das Bild oben zeigt Janine vor der Porzellanmanufaktur Meissen.

Am 17. Oktober rief unser Sohn bei mir im Büro an. Eine Touristin hatte Janines Handtasche am Strand von Stubbenfelde auf der Insel Usedom gefunden und mit dem Handy, das sie darin fand, die zuletzt angerufene Nummer gewählt ... Auf meine Veranlassung lieferte die Finderin die Tasche bei der Polizei in Heringsdorf ab. In der Tasche wurde neben einem Geldbeutel und dem Personalausweis eine Fahrkarte der Usedomer Bäderbahn von Greifswald nach Zinnowitz gefunden. Wie sich aus dem Kontrollstempel ergab, war Janine am Abend des 15. Oktober (am Vorabend der Prüfung!) auf die Ostsee-Insel gefahren. Als dann durch Nachfrage bei der Universität festgestellt wurde, dass Janine nicht zur Prüfung erschienen war, wurde die Suche eingeleitet. Mit unserem Einverständnis wurde die Wohnung geöffnet, um Kleider als Geruchsprobe für die Spürhunde zu besorgen.


Die Spürhunde konnten Janine nicht finden, auch die Suche mit Hubschraubern mit Wärmebildkamera, mit Booten und zu Fuß in den umliegenden Waldgebieten Usedoms blieb erfolglos. Die Presse brachte täglich etwas und stellte Vermutungen an, da sich niemand das Verschwinden so kurz vor dem Staatsexamen erklären konnte. In der Woche nach ihrem rätselhaften Verschwinden fuhren wir nach Greifswald. Zusammen mit dem Polizeiseelsorger, Herrn Pfarrer Andreas Schorlemmer, suchten wir die ermittelnden Polizeibeamten in Heringsdorf auf und besuchten die Stelle, wo ihre Tasche gefunden worden war. Nach diesem Kurzbesuch folgte eine quälende Zeit des Wartens. Im Internet verfolgten wir die Berichterstattung in der Presse und auf der Info-Seite der Studentenschaft.

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